Warum „Hiring for Attitude or Skills“ problematisch ist?
- Aleksandra Corzun

- 21. Sept. 2025
- 2 Min. Lesezeit

Der Satz „Hire for Attitude and train for Skills“ gilt oft als Goldstandard im Recruiting. Doch diese Sichtweise greift zu kurz – und ist in vielerlei Hinsicht problematisch.
Bevor ich dir erkläre, warum das problematisch ist, lass mich einen Schritt zurückgehen.
Laut dem Future of Jobs Report des World Economic Forum (2025) werden bis 2030 ganze 59 % der weltweiten Arbeitskräfte eine Umschulung oder Weiterbildung benötigen, um relevant zu bleiben.
Das bedeutet: Deine Aufgabe ist es nicht, Attitude oder Skills zu bewerten – sondern das Potenzial eines Kandidaten zu erkennen.
Das eigentliche Problem: Wie erkennt man Potenzial?
Viele Unternehmen haben keine klaren Methoden, um das Potenzial von Bewerber:innen einzuschätzen. In meinen Workshops erlebe ich oft, dass Führungskräfte auf „Voodoo-Hiring“-Methoden setzen – also Bauchgefühl oder unstrukturierte Prozesse. Doch mit den richtigen Fragen kannst du gezielt herausfinden, ob jemand wirklich das Potenzial hat, sich weiterzuentwickeln.
Hier sind einige meiner Lieblingsfragen, welche helfen das Potenzial besser einzuschätzen:
🔹 1. „Erzähl mir von einer Situation, in der etwas nicht nach Plan lief.“
Anschlussfrage: „Was genau hast du daraus mitgenommen?“
💡 Menschen mit einem Growth Mindset sehen Fehler als Lernchancen und fokussieren sich auf die Lektion, nicht nur auf das Problem.
🔹 2. „Was war das letzte neue Thema, in das du dich eigenständig eingearbeitet hast?“
Anschlussfrage: „Was hat dich dazu motiviert?“
💡 Diese Frage offenbart Neugier und Selbstmotivation – essenziell für den Erfolg in dynamischen Umfeldern.
🔹 3. „Erzähl mir von einer Situation, in der du mit einer unerwarteten Herausforderung konfrontiert warst.“
Anschlussfrage: „Wie bist du damit umgegangen?“
💡 Achte auf Antworten, die Resilienz und kreative Problemlösungen zeigen.
🔹 4. „Erzähl mir von dem Team, in dem du am produktivsten oder zufriedensten gearbeitet hast.“
Anschlussfrage: „Was hat es so besonders gemacht?“
⚠️ Vermeide oberflächliche Antworten wie: „Es war einfach ein tolles Team.“ – denn sie zeigen fehlende Reflexion darüber, was gutes Teamwork ausmacht.
🔹 5. „Erzähl mir von einer Situation, in der du konstruktives Feedback gegeben oder erhalten hast.“
💡 Achte darauf, ob die Person Feedback als Chance zur Entwicklung sieht oder eher defensiv reagiert.
Was ich dir damit mitteilen möchte?
Potenzial steht nicht im Lebenslauf
Diese Fragen helfen dir, versteckte Potenziale zu erkennen – aber sie sind nur der erste Schritt. Welche dieser Fragen wirst du in deinem nächsten Interview stellen?
📌 Mein Tipp: Fang mit Frage #2 an – du wirst überrascht sein, wie viel du über eine Person erfährst!




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