Adieu 2025 - du warst fordernd, laut, lehrreich und oft unbequem
- Aleksandra Corzun

- 24. Dez. 2025
- 4 Min. Lesezeit

So, liebe Freunde und Freundinnen, Kolleginnen und Kollegen, Geschäftspartnerinnen und Geschäftspartner sowie Kundinnen und Kunden. Lange habe ich darüber nachgedacht, ob ich dieses Mal einen Jahresrückblick posten soll. Eigentlich bin ich kein grosser Freund davon, weil man dabei schnell in eine Nostalgie verfällt, die selten wirklich zielführend ist. Wer mich kennt, weiss ausserdem, dass ich keine romantische Lagerfeuerstimmung brauche. Ich bin Praktikerin. Ich schliesse Dinge gern ab und gehe zügig weiter.
Bevor ich meinen Laptop für ein paar Tage zuklappe, möchte ich jedoch ein paar der Fragen beantworten, die mir im Laufe des Jahres immer wieder gestellt werden. Fragen wie: Wie geht es dir? Wie läuft das Geschäft? Was würdest du heute anders machen?
Here we go...
Frage 1: Wie würdest du dein Jahr 2025 in wenigen Worten beschreiben?
Aleksandra: Kennst du dieses Gefühl, wenn du glaubst, alles richtig zu machen und das Leben antwortet: „Nice try, aber probier es nochmal“?
Genau so war 2025.
Zu Beginn des Jahres starteten wir mit einer Handvoll vielversprechender Projekte in der Pipeline. Das war beruhigend. Gleichzeitig war mir klar: Dieses Jahr würde kein Spaziergang werden. Die wirtschaftlichen und geopolitischen Entwicklungen liessen es bereits erahnen. Und mein Bauchgefühl hatte recht – 2025 war intensiv, auf vielen Ebenen.
Frage 2: Was war dein Highlight?
Aleksandra: Ganz klar der Frühling! Ich durfte mehrere Workshops gestalten und verschiedene Unternehmen im Recruiting begleiten. Das hat mir unglaublich viel Energie gegeben!
Dann kam der Sommer… und mit ihm das berühmte Sommerloch. (lacht) Noch vor einem Jahr hätte mich das nervös gemacht. Heute weiss ich: Solche Phasen gehören einfach dazu. Ich nutze diese Zeit inzwischen bewusst für intensivere Akquise und meine Herzensprojekte. Oder gönne mir einfach mal Pause, wie ich diesen Sommer mit meiner Familie in Lettland auch gemacht habe.
Im Herbst ging es dann wieder richtig bergauf, und das letzte Quartal war unglaublich intensiv mit Projekten, die ich mir vor einem Jahr nicht einmal erträumt hätte.
Frage 3: Welches Projekt war für dich ein persönliches Highlight?
Aleksandra: Es gab nicht das eine Highlight, sondern drei sehr unterschiedliche Projekte. Besonders spannend war eines davon, bei dem ich nicht nur meine Recruiting-Erfahrung, sondern auch mein Know-how als HR Business Partnerin einbringen konnte – etwa bei der Erarbeitung von Funktionsstufen in Verbindung mit einem Compensation-&-Benefits-Modell. Plus Entwicklung einer hausinternen Lernakademie zur Weiterentwicklung von HR, Fach- und Führungskräften in den Bereichen Recruiting Skills und kompetenzbasierte Interviews. Und dazu gab es mehrere Projekte, in denen ich operativ unterwegs war mit ad-interim-Unterstützung direkt in der Rekrutierung.
Was mich dabei besonders gefreut hat: Immer mehr Unternehmen begreifen Recruiting nicht mehr als Einzelmassnahme, sondern als strategische Disziplin, die direkt auf langfristige Mitarbeiterbindung und eine starke Unternehmenskultur einzahlt.
Frage 4: Du bist bekannt für deine Offenheit – also: was hat dieses Jahr nicht geklappt?
Aleksandra: lacht Die Liste wäre wahrscheinlich zu lang, um sie hier vollständig aufzuzählen. Wir wollten zum Beispiel im Herbst unser neues Produkt launchen aber das haben wir schlicht nicht geschafft. Wir haben unerwartet viele spannende Anfragen und Projekte erhalten, die unsere Kapazitäten komplett gebunden haben. Und da ich kein Freund von halben Sachen bin, haben wir entschieden, das Projekt zu verschieben.
Abgesehen davon gab es viele weitere träge Phase auch in diesem Jahr wie unzählige Gespräche, Angebote und Pitches, die im Sand verlaufen sind – das gehört einfach zum Unternehmertum. Nur redet kaum jemand darüber. Ich finde aber: Genau das sollte man auch zeigen. Nicht alles läuft immer linear und das ist völlig okay.
Frage 5: Und auf der Habenseite – was hat dich besonders stolz gemacht?
Aleksandra: Ganz klar: unsere Ergebnisse in Zahlen. Wir haben 34 Positionen erfolgreich besetzt – das bedeutet 34 Menschen, die neue berufliche Wege eingeschlagen haben und Unternehmen, die ihre Stellen besetzen konnten. Ausserdem haben wir 130 Fach- und Führungskräfte in Trainings begleitet. Sie führen heute souveräner Interviews, treffen fundiertere Entscheidungen und verlassen sich dabei weniger auf ihr „Bauchgefühl“.
Hinter diesen Zahlen steckt unglaublich viel Arbeit. Doch was mich wirklich stolz macht, sind nicht nur die Ergebnisse selbst, sondern die Erkenntnis, dass immer mehr Unternehmen Recruiting als professionelle, strategische Disziplin verstehen und bereit sind, darin zu investieren.
Frage 6: Wie hast du den Recruiting-Markt 2025 erlebt?
Aleksandra: Widersprüchlich. Es gibt unglaublich viele kompetente Spezialist:innen und trotzdem hört man von Unternehmen immer wieder: „Wir finden niemanden.“ Gleichzeitig sehen wir enge Budgets, lange Entscheidungswege und teils unrealistische Erwartungen.
Trotz aller technologischen Fortschritte – insbesondere durch KI – ist Recruiting komplexer geworden. Gleichzeitig gewinnen menschliche Interaktionen noch stärker an Bedeutung. Genau dieser Kontrast macht das Thema für mich so spannend.
Frage 7: Wie ist es, Gründerin zu sein? Macht es dir immer noch Spass?
Aleksandra: lacht Das ist tatsächlich die Frage, die ich am häufigsten gestellt bekomme! Gründerin zu sein ist… schön und brutal zugleich. Von aussen wirkt es oft leicht – in Wahrheit ist es das aber nicht.
Manchmal denke ich an meine Zeit als Angestellte zurück: Laptop zuklappe und Urlaub geniessen. Das hatte ich seit drei Jahren nicht mehr. Aber weisst du was? Ich würde nichts daran ändern. Jedes Projekt, jedes Auf und Ab gehört zu meinem Weg – einem Weg, den ich selbst gestalten darf. Und genau das erfüllt mich. Meine Leidenschaft für Recruiting brennt noch genauso stark wie am ersten Tag.
Frage 8: Und was erwartet uns 2026?
Aleksandra: 2026 wird für uns ein echtes Umsetzungsjahr. Der Produktlaunch steht fest auf dem Plan. Ausserdem möchten wir unser Trainingsangebot weiter ausbauen, Unternehmen näher beim Upskilling von Interviewführungskills (z.B. kompetenzbasierten Interviews) begleiten und viele Learnings aus 2025 direkt in neue Formate überführen. Ich freue mich darauf, Menschen „fit im Recruiting“ zu machen und Organisationen weiterhin aktiv und als Partnerin im Recruiting zu begleiten.
Frage 9: Was möchtest du zum Abschluss sagen?
Aleksandra: Ich bin unendlich dankbar für alles, was ich habe.
Ein besonderes Danke möchte all unseren Partnerunternehmen und den vielen Menschen, die in diesem Jahr mit uns gearbeitet und vertraut haben sagen. Ohne euch wäre vieles nicht möglich gewesen. Ihr habt bewiesen, dass echtes Miteinander immer noch der stärkste Erfolgsfaktor ist.
Und natürlich danke ich meiner Familie – meinem Mann, der mich auffängt, und meinen Töchtern, die sich mit mir freuen und sagen: "Mama, du machst das toll! Wie viele Kunden hast du jetzt?"
Adieu, 2025 – du warst fordernd, laut, lehrreich und manchmal auch unbequem. Aber du hast mich genau dorthin gebracht, wo ich heute stehe.
Ich wünsche euch allen ein wundervolles 2026!




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